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Auf der Küstenstraße von Athen nach Korinth.

Foto: Stutzke/2006
Hallo und herzlich willkommen!
Nach diversen Anstößen aus meinem sportlich ausgerichteten Umfeld gehe ich auf meine alten Tage hier jetzt auch noch den Weg "in die mediale Öffentlichkeit" des weltweiten Netzes.
"WARUM DENN NUN DAS NOCH IM RENTENALTER?", fragt sich vielleicht doch so mancher. Sicher, im 67.Lebensjahr werde ich den Charakter eines Rückblicks wohl nicht ganz vermeiden können. Auch deswegen nicht, weil immer wieder aktuelle Zweifler ruhiggestellt werden müssen. Es gibt aber auch noch eine zweite Antwort: Der Allmächtige war so gnädig und hat in seinem für uns Menschen sehr oft undurchschaubaren Willen mir für das Jahr 2009 im Bereich des Sports Chancen eröffnet und (auch) Aufgaben gestellt, von denen ich zuvor nicht zu träumen gewagt hätte. -
Ach, das hätte ich beinahe vergessen! Ich muss mich ja erst noch vorstellen und erklären, wie ich zu einem Freund langer Distanzen geworden bin. Falls doch hier jemand nur rein zufällig angeklickt hat!
(1) In den Listen erscheine ich als PETER BARTEL, Jahrgang 1942. Ich bin also "Kriegskind". Damals war alles, auch die Namen, knapp. Daher kann ich auch nur mit einem Vornamen dienen. Wenn man meinen Nachnamen rückwärts liest, dann lässt er in der Sprache "Franzeutsch" schon auf meine spätere hauptsächlich ausgeübte Sportart schließen: LE TRAB. Ich bin in Berlin geboren und dieser Stadt bis heute treu.
(2) Nachdem ich als Schüler im Rahmen der Bundesjugendspiele in unserem Bezirk Reinickendorf (ca. 200.000 EW) Sieger im leichtathletischen 3-Kampf geworden war, wollte ich in den SC Tegeler Forst eintreten. Meine Eltern verboten es:"Da rennst Du Dir nur für die Funktionäre die Lunge aus dem Leib!" Als Jugendlicher wollte ich dann eigentlich rein in einen Fußballverein. Weil ich mir aber schon frühzeitig beim Straßengekicke ein Schienbein brach, wurde ich von meinen Eltern in einem Tennisklub, dem Hermsdorfer SC 06, zwangsangemeldet. Um dem Körperkontakt aus dem Weg zu gehen! Ja, vor 50-60 Jahren folgte man noch, wenn die Erziehungsberechtigten etwas anordneten.
(3) Im Tennisklub blieb ich dann Autodidakt, weil meine Eltern mich eigentlich nur von der Straße weg haben und nicht auch noch in Trainerstunden investieren wollten. Da mein Talent für diesen Sport sehr begrenzt war, der Ehrgeiz junger Sportler aber eher unbegrenzt ist, bildeten wir im Klub eine Gruppe von Spielern, die versuchten, allein über einen Konditionszuwachs vielleicht dann doch noch im letzten Satz als Sieger vom Platz zu gehen. Es war die Zeit, in der die sog. "Volksläufe" boomten, dort nahmen wir regelmäßig teil. Und es kam das Jahr 1974. Der SC Charlottenburg veranstaltete den 1.Volksmarathon: Start am Mommsenstadion, Strecke parallel zur AVUS, Wendepunkt am Strandbad Wannsee und wieder zurück - zwei Runden und sehr laut. Zu zweit hatten wir Tennisspieler den Start gewagt und sind durchgekommen. 4:41 Std. habe ich gebraucht, und natürlich habe ich zu meiner Frau im Ziel gesagt:"NIE WIEDER!"
(4) Ich hatte aber schon über längere Zeit ein weiteres Hobby: das Bergsteigen. Ausgebildet in der Alpinschule Innsbruck und als Mitglied des DAV machte ich mit/ohne Frau/Freunden die Viertausender der Westalpen unsicher und suchte meinen Gipfeldrang auch im Kaukasus, im Himalaya und in den Anden zu befriedigen. 1979 dann fuhren wir mit einem 7er-Team in den Pamir, um dem 7000er Pik Lenin zu Leibe zu rücken. Vom Basislager konnten wir noch die Hochlager 1-2-3 bis auf etwa 6100 m Höhe einrichten. Über Funk wurde uns dann aber aus dem Basecamp geraten , den Gipfelgang wegen sich extrem verschlechternder Wetterbedingungen zu verschieben. Zur gleichen Zeit sollte es bereits am Pik Kommunismus angeblich ein halbes Dutzend Tote gegeben haben. Wir versuchten daraufhin mit aller Kraft, möglichst unversehrt aus dieser unangenehmen Situation herauszukommen. Da sagte mein Teamkollege Heinrich, ein 3:00:30-Std.-Marathonläufer, den, wie sich erst in der Zukunft herausstellen sollte, für mich sehr bedeutungsvollen Satz: "Biel kann auch nicht schlimmer sein!" Wir beide verabredeten daraufhin, dies 1980 zu testen, falls wir doch noch heil nach Hause kommen sollten.
(5) Der Test fand statt. Meine Zeit: 15:10:48 Std. für die 100 km im Berner Seeland bei z.T. unwetterartigem Regen. Mein Kommentar natürlich:" NIE WIEDER!" Nahezu gleichzeitig stürzte einer von uns sieben Pamir-Fahrern, unser lieber Bergkamerad Klaus, am Ortler zu Tode. Daraufhin bat mich meine Frau, ihr zu Liebe in Zukunft zu den hohen Gipfeln etwas Abstand zu halten. So mutierte ich als folgsamer Ehemann "ersatzweise" zum Ultralangstreckenläufer und wurde nun tatsächlich doch noch Mitglied im SC Tegeler Forst in der LG Nord Berlin. Mit der Zeit ist dann auch in diesem Bereich einiges an Distanzen zusammengekommen: Neben nicht gezählten Marathons auch Läufe über 100 km, 24 Std., 48 Std.(Outdoor und Halle), 6 Tage Bahn, Laufband (24 Std., 7 Tage, 1000 km) und der legendäre "Spartathlon" in Griechenland.
(6) Kann ich vielleicht auch noch etwas anderes als ziemlich lange im Kreis, auf der Stelle oder durch die Landschaft zu laufen? Na ja, Letzteres kann ich auch auf Skiern, bin nämlich österreichisch geprüfter Jugendskileiter (alpin und nordisch). Und ein paar Ironman-Triathlons habe ich auch absolviert, bin "La Fausto Coppi" gefahren und habe mit Schülern die sportlich ausgerichtete Rad-Etappenfernfahrt "Tour de Culture" von Berlin nach Paris mitorganisiert und absolviert. Beim Drachenfliegen bin ich allerdings großartig gescheitert. Seit März 2008 bin ich nun fast nur noch mit dem Tretroller unterwegs. Aber nicht ganz freiwillig. Eine immer noch nicht vollständig auskurierte Verletzung, die ich mir völlig unverständlicher Weise bei einem lockeren Trainingslauf zuzog, hat mich quasi dazu gezwungen. Am "TransEurope-Footrace 2009" werde ich daher mit einer Sonderstartgenehmigung ("Danke, Ingo!") leider auch nur mit dem Sidewalker teilnehmen können.
Berlin, im Oktober 2008 P.B.